1887

Reparaturwerkstatt für Textilmaschinen

Die Geburtsstunde der Vorgänger unseres Betriebes war im letzten Abschnitt des 19. Jahrhunderts.
Der Kapitalismus der freien Konkurrenz hatte in Deutschland seinen Höhepunkt erreicht und es vollzog sich der Übergang zum Monopolkapitalismus, der bis zum Ende der achtziger Jahre schon beträchtliche Fortschritte gemacht hatte. Es begann eine stürmische Entwicklung der Produktivkräfte, die besonders dadurch gekennzeichnet war, daß durch neue Technologien die materiell-technische Basis der deutschen Wirtschaft grundlegend verändert wurde. Dazu trugen besonders folgende Faktoren bei:
- Die Elektroenergieerzeugung,
- die Veränderung des Fabriksystems, verbunden mit der Durchsetzung der Massenproduktion in einigen Bereichen des Maschinenbaus,
- die Chemiesierung der Wirtschaft, die neue Rohstoffe und Arbeitsgegenstände entstehen ließ,
- bis zur Jahrhundertwende die beginnende Mechanisierung der Landwirtschaft und des Bauwesens,
- die Verstärkung des Eisenbahnnetzes sowie
- der spätere Beginn der Motorisierung und ihre weitreichenden Konsequenzen.

Diese Entwicklung hatte auch eine belebende Wirkung auf die Forster Textilindustrie. Es wurden eine Anzahl neuer Fabriken gebaut. Sie entstanden vor allem längs des Mühlgrabens, - der heutigen Sorauer-, der Max-Fritz-Hammer- und der Planckstraße. Während 1885 56 komplette Tuchfabriken, 106 Pachtbetriebe, 32 Lohnspinnereihen, -Walkereien und -appreturen bestanden, stieg ihre Zahl auf 460 Fabrikbetriebe im Jahre 1896, wovon 362 Textilunternehmen waren.

Die wachsende Bedeutung der Textilindustrie, ihr sich ständig vergrößernder Umfang schuf die Voraussetzung für die Entstehung zahlreicher Hilfsgewerbe. Zur Zeit der umfassenden industriellen Entwicklung in Forst in den achtziger Jahren entstanden so eine beträchtliche Anzahl von Handwerksbetrieben, deren Aufgabe es war, Textilmaschinen zu reparieren oder Spezialgeräte für die Textilindustrie anzufertigen. Zu ihnen zählte auch eine zentrale Reparaturwerkstatt in der Amtstraße, die der Schlossermeister Rumsch im Jahre 1887 mit dem Geld von Herrn Hammer gründete. Daher auch die Firmenbezeichnung Rumsch & Hammer.

Dieser Betrieb war ein Kleinunternehmen, das sich neben der Vielzahl der Konkurenten nicht behaupten konnte und bald wieder in Konkurs ging.

Übersicht über die Anzahl der Beschäftigten in den damaligen Forster Betrieben.
Durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten Zahl der Beschäftigten in Prozent aller Betriebe
  4-50 51-100 101-150 151-200 >= 200
64,2 58,2 20,7 13,8 3,9 3,4
Diese Übersicht bringt zum Ausdruck, daß der größte Teil der damaligen Forster Betriebe kleine Unternehmen waren, die untereinander einen erbitterten Konkurrenzkampf führten. Zu ihnen zählten neben der Firma Rumsch, die Firmen Lufft, Müller, Schmidt.

Letzte Aktualisierung: 28.04.2025, 23:39:36












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