1914 Sie sind hier: Der 1. Weltkrieg



Die Firma während des ersten Weltkrieges

Anfang August 1914 begann der erste Weltkrieg. Er erwuchs aus den Widersprüchen des Imperialismus. Er ergab sich unvermeidlich aus dem einander entgegengesetzten Drang imperialistischer Mächte nach Expansion, nach Raub fremder Gebiete und Naturschätzen, nach einer Neuverteilung der Macht und Ein¬flußsphären. Dieser Weltkrieg war von allen Seiten ein ungerechter imperialisti¬scher Eroberungskrieg. Die Hauptschuld an seiner Entfesselung trug der deutsche Imperialismus.
Die weltweite militärische Auseinandersetzung der imperialistischen Mächte bürdete den Volksmassen in den am Krieg beteiligten Ländern große Opfer und Entbehrungen auf, während sie die Macht des Rüstungskapitals stärkte und dessen Profite ins unermeßliche empor¬schnellen ließ.
Für das deutsche Volk hatte der imperialistische Raubkrieg unsagbare Not und großes Elend zur Folge. Mit dem ersten Weltkrieg trat der Kapitalismus in das Stadium der allgemeinen Krise. Das be¬deutete permanente Zersetzung und Schwächung des kapitalistischen Systems in wirtschaftlicher, politischer, kultureller und ideologischer Hinsicht.
Mit der Lüge vom „Verteidigungskrieg" und dem „fehlenden Raum" gelang es, einen Begeisterungssturm zu entfachen, dem die Bevölkerung unterlag. Die Soldaten zogen fröhlich auf das Schlachtfeld — „Scheinbar zu einem Spaziergang". Sehr rasch nach dem Ausbruch des Krieges wurde jedoch die Verschärfung der Widersprüche des kapitalistischen Systems immer deutlicher. Millionen Menschen mußten in den Krieg ziehen oder wurden für die Arbeit der Kriegsindustrie mobilisiert. Aus der Stadt Forst wurden von ca. 36 000 Einwohnern mehr als 6 000 zum Militär eingezogen. Viele kehrten nicht zurück, es fehlte mit wachsendem Kriegsverlauf immer mehr an Nahrungsmitteln und Gegenständen des täglichen Bedarfs. Die Nahrungsmittel wurden rationiert und ständig verringert. Z. B. wurde für den Normalverbraucher im Mai 1918 in Forst außer Kartoffeln und Brot pro Woche ausgegeben : „125 Gramm Sago oder Gerstenmehl, 1 Rolle Suppenmehl, 125 Gramm gedörrte Kohlrüben, 125 Gramm Dörrmischgemüse, 125 Gramm Darmfett, 125 Gramm Knochenbrüheextrakt".

Auf der anderen Seite hatten die Fabrikanten ihre Industrie auf die Kriegsproduktion umgestellt und erhielten enorme Profite. Das traf auch in voller Breite auf die Firma Rumsch und Hammer zu. Als es auf den ersten Weltkrieg zuging, produzierte die Firma hauptsächlich Heereswäschereimaschinen. Damit leistete sie ihren Beitrag zur Militarisierung Deutschlands. Während des Krieges wurde diese Produktion weitgehend eingestellt und dafür wurden Kranken- und Bagagewagen hergestellt. Im weiteren Verlauf des Krieges wurden schließlich Granaten gedreht. Da viele Männer in den Krieg eingezogen waren, wurden immer mehr Frauen eingestellt. Die Produktion des Betriebes ging bis zum Ende des Krieges ohne Stockungen weiter wobei ausschließlich Granaten gedreht wurden. Durch diese Kriegsproduktion sowie die Arbeit der Frauen, die weitaus weniger Lohn bekamen als Männer, jedoch ebensoviel produzierten, war dieser Krieg eine einträchtige Gewinnquelle für die Besitzer geworden. Es wurde das Kapital zusammengerafft, das es ermöglichte, den Betrieb zu erweitern und die Voraussetzungen für den Bau einer eigenen Gießerei, die ihren Platz in der Weststraße auf dem Territorium des heutigen VEB Wäschereimaschinenbau fand.
Diese katastrophale Versorgung der Bevölkerung forderte neben den Opfern auf den Schlachtfeldern weitere Opfer, die im eigenen Lande verhungerten.


Letzte Aktualisierung: 28.04.2025, 23:39:36












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