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Soziale Errungenschaften nach der Novemberrevolution

Die Verschärfung der Widersprüche ins Unermessliche, das Wirken der Roten Linken unter Karl Liebknecht und Rosa Luxenburg sowie die Große Sozialistische Oktoberrevolution in Russland führten in Deutschland zum Heranreifen einer Situation, die in der Novemberrevolution ihren Höhepunkt fand. Wenn auch diese Revolution durch das Versagen der rechten Sozialdemokratie nicht siegreich war, so wurde doch mit der Gründung der KPD eine Wende in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung vollzogen.

Die deutsche Arbeiterklasse besaß wieder eine organisierte revolutionäre Vorhut mit einem klaren marxistisch-leninistischen Programm. Weitere Ergebnisse der Novemberrevolution bestanden in der Durchsetzung bürgerlich-demokratischer Rechte, die auch in der Firma Rumsch und Hammer spürbar wurden.
Der 8-Stundentag wurde eingeführt und es wurden Betriebsräte gewählt. Erster Betriebsratsvorsitzender wurde der Kollege Behrendt. Weitere Mitglieder wurden die Kollegen Trampe, Adam und der spätere Bürgermeister Wortha. Der Kollege Behrendt wurde aber bald auf die Seite der Unternehmer gebracht. Als der Schlossermeister Schmidt altershalber aus dem Betrieb schied, berief die Firma den ersten Betriebsratsvorsitzenden zum Schlossermeister. Mit der Übernahme dieser Funktion legte er auch seine Funktion als Haupkassierer der Ortsgruppe des Metallarbeiterverbandes nieder. Er wurde ein gefügiger Gefolgsmann der Unternehmer.
Die Stelle des Vorsitzenden des Betriebsrates nahm nun der Kollege Briesemann ein, der immer die Interessen der Arbeiter vertrat. Unter seinem Vorsitz gelang es, verschiedene Verbesserungen in den Lohn- und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Er besaß einen festen Rückhalt bei den Arbeitern des Betriebes, der es ihm ermöglichte, unter kompliziertesten Verhandlungsbedingungen konsequent zu bleiben.


Der Betrieb in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts

Im Verlauf der zwanziger Jahre nahm die Firma Rumsch und Hammer trotz der Inflation eine weitere erfolgreiche Entwicklung. Zwischenzeitlich wurde die Produktion stark eingeschränkt und es wurden viele Arbeiter entlassen. Trotzdem brachte es der Unternehmer fertig, die neue Gießerei in der Weststraße im Jahre 1925 fertigzustellen. Die notwendigen Facharbeiter wurden aus der Stadt Bunzlau geholt. Damit war die Firma unabhängig von fremden Gießereien geworden, denn bisher wurden die Gußteile aus Bunzlau bezogen. Dadurch wurde es möglich, einen größeren Auftrag an Bügelpressen zu übernehmen. Diese wurden nach amerikanischem Muster unter Hilfe eines deutschen Vertreters einer amerikanischen Firma hergestellt und erhielten auch nach diesem den Namen „Hoffmann-Pressen". Dieser Auftrag brachte den Unternehmern gute Profite und half, die Auswirkungen der Inflation ohne Schwierigkeiten zu überwinden.
Die Weltwirtschaftskrise am Ende der zwanziger Jahre hatte auch auf den Betrieb Rumsch und Hammer große Auswirkungen. Die Gießerei kam fast vollständig zum Stillstand und die Gesamtbelegschaft wurde auf fast ein Viertel der bisherigen Stärke reduziert. Durch diese große Arbeitslosigkeit waren wiederum die Arbeiter am härtesten betroffen und gerieten in schwere Existenzsorgen.


Letzte Aktualisierung: 28.04.2025, 23:39:37












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