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Die Zeit des Faschismus

Nach der Machtergreifung des Hitlerfaschismus 1933 wurde die Wirtschaft für die Vorbereitung eines Eroberungskrieges wieder angekurbelt. Auch die Firma Rumsch und Hammer profitierte durch entsprechende Aufträge für die Ausrüstung von Heereswäschereien, Hotels und Krankenhäusern. Dadurch bekam der Betrieb bald wieder einen großen Aufschwung und eine Reihe der entlassenen Arbeiter wurden wieder eingestellt. Um eine qualifiziertere Arbeit leisten zu können und damit größeren Mehrwert zu schaffen, wurden Lehrlinge und Facharbeiter als Zeichner, Techniker, Monteure usw. weitergebildet.
Als Meister arbeiteten zu dieser Zeit im Betrieb ein
Kollege Adam als Dreher-Meister
Kollege Schippeinz als Gießerei-Former-Meister
Kollege Jenner als Schlossermeister.

Es wurden zu dieser Zeit laufend komplette Wäschereieinrichtungen im Wert von 15 bis 20 000,- Mark hergestellt. Die Firma hatte sich in diesem Prozeß ausgedehnt und in vielen Teilen Deutschlands, u. a. auch in Berlin Vertretungen. Neben den Heereslieferungen ging eine nicht geringe Anzahl dieser kompletten Wäschereien auch auf die Güter von Junkern.
So war es kein Wunder, daß bei der laufenden großen Produktion der Fabrikbesitzer Rumsch bald mehrfacher Millionär und zugleich der größte Steuerzahler der Stadt Forst wurde. In der zweiten Hälfte des Jahres 1939 führte die Zuspitzung der politischen und ökonomischen Widersprüche in und zwischen den imperialistischen Mächten zur Entfesselung des 2. Weltkrieges. Am 1. September überfiel der faschistische deutsche Imperialismus, der am aggressivsten war und seit Jahren einen Raubkrieg zur Erlangung seiner Weltherrschaft vorbereitet hatte, Polen. Damit hatte der deutsche Faschismus einen der blutigsten und verheerendsten Kriege, den die Menschheit erleben mußte, begonnen.
Für die Firma Rumsch und Hammer bedeutete das, günstigste Bedingungen zur Realisierung von Profit durch Umstellung auf Kriegsproduktion. Militärische Ausrüstungsgegenstände und Granaten sowie Fliegerbomben rückten in den Mittelpunkt der Produktion. Die Produktion von Wäschereimaschinen wurde wieder gänzlich eingestellt. Eine zusätzliche Profitquelle bildete der Einsatz von Fremdarbeitern, hauptsächlich Frauen, die aus den okkupierten Ländern verschleppt und zur Arbeit gezwungen wurden. Sie erhielten kaum Lohn und mußten unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und leben. Die einheimischen Arbeiter konnten dadurch zum Kriegsdienst freigestellt werden.

Als der Krieg dorthin zurückkehrte, wo er seinen Anfang genommen hatte, kam die Produktion völlig zum Erliegen, die Unternehmer waren geflohen.


Letzte Aktualisierung: 28.04.2025, 23:39:36












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