Unser Start in die 60er Jahre
Mit dem Sieg der sozialistischen Produktionsverhältnisse trat die DDR in einen neuen Entwicklungsabschnitt ein, der auch für unseren Betrieb umfangreiche Aufgaben beinhaltete. Jetzt galt es, die erreichten Ergebnisse zu festigen und im Rahmen des weiteren Ausbaus der neuen Gesellschaftsordnung zu vervollkommnen. Eine wichtige Hilfe dabei war die Entwicklung des Wettbewerbs „Sozialistisch arbeiten, leben und lernen". Als erste Brigade unseres Betriebes errang die Brigade der Endfertigung den Titel sozialistische Brigade. Diese Bewegung hatte bald den ganzen Betrieb erfaßt und die große Mehrheit der Brigaden wurde einbezogen. Das Schöpfertum unserer Werktätigen fand seinen Ausdruck darin, daß 1960 die Produktion der Doppeltrommelwaschmaschine des Typs 730 und 900 eingestellt wurde. An ihre Stelle traten Weiterentwicklungen. Es wurde die Doppeltrommelwaschmaschine Modell 11020, 11022 und 11026 sowie 11026/1 an ihrer Stelle produziert. Diese Waschmaschine war eine Doppeltrommelwaschmaschine aus nichtrostendem Stahl mit einer mit Trichterlochung ausgestatteten Innentrommel. Der gesamte Waschprozeß dauerte 60 Minuten, davon zehn für Be- und Entladen, 31 für Waschen und 19 für Spülungen.
Die Waschmaschine arbeitete ferner mit einer Flottenwiederverwertung, um ein wirtschaftliches Waschverfahren mit Einsparungen von Wasser, Wärme und
Waschmittel bis zu 50 Prozent zu erreichen. Das Fassungsvermögen dieser Maschine betrug 40 kg Trockenwäsche. Die Waschleistung betrug ca. 40 kg/h.
Mit der Verbreiterung des Produktionssortiments und der ständigen Leistungssteigerung waren auch eine Reihe von baulichen Maßnahmen erforderlich,
die nicht zuletzt auch eine wesentliche Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen bedeuteten.
In den Jahren 1961/62 wurden folgende Baumaßnahmen realisiert:- eine Montagehalle (Heute mechanische Fertigung)
- die Beizerei
- die mechanische Fertigung (Anbau)
- die Trafostation
- das Heizhaus
- das Pförtnergebäude
- die PKW-Garagen
- das Bürogebäude durch Aufstockung des damaligen Speiseraumes

Unter der Leitung des Betriebes wurde der sozialistische Wettbewerb stark entwickelt. In den Wettbewerbsprogrammen der Kollektive standen im Mittelpunkt solche Kennziffern wie Qualität der Erzeugnisse, Senkung des Ausschusses, Einsparung von Material und Energie. Daneben spielte das kulturelle Leben in den Brigaden eine sehr große Rolle. Von sportlichen Veranstaltungen über Ausfahrten bis hin zu Theaterbesuchen reichte die Palette.
Der Betrieb hatte sich auch größenmäßig verändert. Bis zur Mitte der 60er Jahre war die Zahl der Werktätigen auf 403 angestiegen. Das stellte entsprechende Anforderungen an die sozialen Leistungen.
Unser Betrieb in der zweiten Hälfte der 60er
Wesentlich für unseren Betrieb war dabei die deutliche Steigerung der Arbeitsproduktivität. Die wirtschaftlichen Erfolge ermöglichten es, das Lebensniveau der Werktätigen in der DDR weiter zu erhöhen:Nachdem im Aprii 1966 zunächst jede zweite Woche zur Fünf-Tage-Arbeitswoche geworden war, wurde diese ab August 1967 durchgängig eingeführt.
Der Mindesturlaub wurde auf 15 Tage erhöht.
Viele Werktätige kamen in den Genuß von Lohnerhöhungen. Diese spürbaren sozialpolit-schen Maßnahmen vergrößerten wesentlich die Freizeit der Werktätigen. Die Werktätigen unseres Betriebes antworteten darauf mit erhöhten Produktionsleistungen und einer neuen Qualität im sozialistischen Wettbewerb. Die bessere Auslastung der Produktionsanlagen, die bessere Nutzung der Fonds und Fragen der Qualifizierung waren Bestandteil der Wettbewerbsprogramme der Kollektive geworden. Daneben wurden auch neue Methoden zur Wettbewerbsführung, wie die Abrechnung über Haushaltsbücher, der regelmäßige Erfahrungsaustausch und der Abschluß von Wettbewerbsverträgen mit allen Kollektiven geführt. Sprunghaft entwickelte sich auch die Neuererbewegung unter den Wäschereimaschinenbauern. Als gute Methode erwies sich die Arbeit in sozialistischen Arbeitsgemeinschaften, wobei angestrebt wurde, daß die Kollektive, die bestimmte Vorschläge einreichten, diese unter Einbeziehung von Ingenieuren in eigener Verantwortung realisierten. Durch konkrete Aufgabenstellungen der Partei-, staatlichen und Gewerkschaftsleitung wurde im Rahmen der Neuererbewegung der Anteil der Produktionsarbeiter am Ende der 60er Jahre ständig erhöht. Ein besonders verdienter Neuerer war u. a. der Kollege Bernd Rädsch, der mit einem Vorschlag die Schaltung an den produzierten Waschmaschinen verbesserte, was einen Nutzen von 50 000,— Mark erbrachte.
Im Verlauf der 60er Jahre gab es eine Reihe von Veränderungen im Produktionssortiment. Die Produktion der Karussell-Wäschepresse Modell 11902 wurde 1964 eingestellt. Ebenso die Produktion der Pressemodelle 11903 - 11905. Quantität und Qualität der Erzeugnisse ermöglichten es, sie auch zu exportieren, vorwiegend wurde in den RGW-Bereich exportiert.
Exportentwicklung von 1960 — 1971
| Jahr | Ist in TM |
| 1960 | 704 |
| 1964 | 3.642 |
| 1971 | 11.568 |
Der 20. Jahrestag der DDR
Ein Jahr nach dem 20jährigen Bestehen unseres volkseigenen Betriebes beging die DDR ihren 20. Jahrestag. Anspruchsvolle Ziele wurden gestellt und im sozialistischen Wettbewerb erfüllt.Es wurde erreicht, daß sich alle Kollektive am sozialistischen Wettbewerb beteiligten und in über 50 Prozent der Kollektive der Kampf um den Staatstitel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit" geführt wurde. Am Vorabend des Republikgeburtstages war in der Lausitzer Rundschau über die Brigade „7. Oktober" zu lesen:
„Jedes der 39 Brigademitglieder kennt die Kosten seines zu fertigenden Erzeugnisses. Und das Brigadebuch weist aus, daß mit Erfolg nach Möglichkeiten gesucht wird, an Arbeitsgängen Minuten einzusparen, die sich im Monat zu vielen Stunden summieren. Eine vertraute Hilfe dabei ist das Haushaltsbuch, das kritisch unter die Lupe genommen wird."
Die Brigade wurde mit dem Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit" geehrt. Bereits im Jahre 1969 ging der Waschschleuderautomat 11027 in Serie. Dieser Waschschleuderautomat ist eine Maschine, die die Arbeitsgänge Waschen, Schleudern und Schütteln in einem Arbeitsgang bewältigt.

Technische Daten:
- 180 kg Trockenwäsche Fassungsvermögen
- getrennte Be- und Entladeseite
- automatische Programmsteuerung
- bei zehn Minuten Schleudergang etwa 50 Prozent Restfeuchte
- mittlere Gesamtzyklenzeit, mit Be- und Entladearbeiten eine Stunde
Neben dem neuen Waschautomaten wurde das Foulard Modell 6161 weiterentwickelt zum Modell 6162. Diese Maschine ist für chemische Appretur und Bleiche, optisches Aufhellen und zum Färben von textilen Flächengebilden geeignet. Somit leistete unser Betrieb auch einen konkreten Beitrag zur Veredlung von textilen Flächengebilden und zur Erhöhung der Gebrauchs- und Trageeigenschaften von Stoffen.
Anfang der 70er Jahre wurde unser Betrieb dadurch vergrößert, daß die Firma Mix und Genest übernommen wurde.
Außerdem wurde auch eine Lagerhalle gebaut. Die Exportverpflichtungen konnten am Vorabend des Parteitages wesentlich überboten werden.
Somit waren die Werktätigen nicht nur ein zuverlässiger Partner der Volkswirtschaft, sondern stärkten mit ihren Leistungen auch das Ansehen der DDR im RGW.
Bis zum Jahr 1971 war die Beschäftigtenzahl auf 506 angewachsen. Der Durchschnittslohn pro Monat stieg pro Werktätiger auf 654,- Mark im Jahre 1971.
Letzte Aktualisierung:
28.04.2025, 23:39:36
