Soziale Verbesserung in den Siebzigern
Die Mindestlöhne wurden erhöht, weitere Lohn- und Gehaltserhöhungen wurden wirksam, Gehaltsprämien für Meister in der Industrie wurden schrittweise eingeführt. Die Jahresendprämie stieg durchschnittlich auf über 500,— Mark 1971. Begrüßt wurden die Maßnahmen für Ehe und Familie ebenso wie das Wohnungsbauprogramm, gab es doch viele Werktätige unseres Betriebes, die sich eine neue Wohnung wünschten und dieses Ziel rückte nun in greifbare Nähe. Die Gestaltung der Mietpreise ermöglichen es, daß auch Arbeiterfamilien mit geringerem Einkommen Neubauwohnungen beziehen konnten.Das alles spornte unsere Werktätigen an, hohe Leistungen für die Umsetzung dieser Politik zu vollbringen. Unter der Führung der Betriebsparteiorganisation mit dem Parteisekretär Jürgen Pfriem an der Spitze, der sich aus den Reihen der jungen Kader des Betriebes entwickelt hatte, wurde diese Leistungsbereitschaft dahin gelenkt, daß eine Gegenplanbewegung zustande kam, mit deren Hilfe der Volkswirtschaftsplan bedeutend überboten werden konnte. Viele Werktätige stellten sich persönlich-schöpferische Pläne auf und leisteten so ihren eigenen schöpferischen und abrechenbaren Beitrag im sozialistischen Wettbewerb.
1974 übernahm Dieter Otto die Funktion des Betriebsdirektors. Eng mit seinem Wirken war die Erweiterung des Betriebes durch die Realisierung einer Reihe von Investitionen sowie die kontinuierliche Fortsetzung der wissenschaftlich-technischen Arbeit verbunden. Die Abteilung Forschung und Entwicklung des Betriebes wurde kadermäßig gestärkt. So wurde es möglich, daß bereits 1973 mit der Serienproduktion des Waschschleuderautomaten Modell 11028/29 begonnen werden konnte. Diese Maschine mit einem Fassungsvermögen von 12 kg bildete eine sinnvolle Ergänzung des Modells 11027 mit 180 kg Leistung. Dieser neue Maschinentyp eignete sich besonders für Betriebswäschereien und auch für Gesundheitseinrichtungen. Sie wird durch eine in der Stirnwand angeordnete Ladetür be- und entladen. Ein Programmsteuergerät ermöglicht den vollautomatischen Ablauf des gesamten Wasch-, Spül- und Schleudervorganges. Mit einer zusätzlich eingebauten Handsteuerung ist es möglich, jede beliebige Waschtechnologie zu fahren. Die Produktion dieser neuen Waschmaschinentypen erforderte die Verarbeitung neuer Werkstoffe sowie die Veränderung der Montage. Die verstärkte Be- und Verarbeitung von hochlegierten Stählen erforderte neue technologische Verfahren.
Dadurch konnte das körperlich schwere Nieten wegfallen, wodurch die Arbeits- und Lebensbedingungen vieler Werktätigen des Betriebes spürbar verbessert wurden. In diesem Zusammenhang mußten die Voraussetzungen für die Schweißarbeiten geschaffen werden.
Durch die Schließung der Gießerei des Betriebes wurde der entsprechende Raum geschaffen, in dem die jetzige Schweißerei eingerichtet wurde.
1973 erfolgte die Einführung der Fließmontage beim WSA 11027 in der ehemaligen Montagehalle. Damit wurden die TUL-Prozesse vereinfacht und der
Montageaufwand konnte wesentlich verringert werden. Zur gleichen Zeit erfolgte der Einsatz der ersten nocken gesteuerten Werkzeugmaschinen.
Das stellte hohe Anforderungen an die Werktätigen, die sich für die Bedienung dieser Maschinen qualifizieren mußten.
Es wurde dabei aber auch möglich, daß zur Mehrmaschinenbedienung übergegangen werden konnte, was die Produktivität bedeutend erhöhte.
Körperlich schwere Arbeit wurde wesentlich verringert und die Kontroll- und Überwachungstätigkeit der Maschinen rückte mehr und mehr in den Vordergrund.
Besondere Beachtung fand in der Mitte der 70er Jahre der Plan Wissenschaft und Technik. In seiner Realisierung konnten Fortschritte in der
Beherrschung des Zyklus Wissenschaft-Technik-Produktion erzielt werden. Das war mit einer umfangreichen politisch-ideologischen Ar¬beitverbunden.
Parteiorganisation, staatliche Leitung und Gewerkschaft unseres Betriebes wirkten dahin, daß die Werktätigen besser informiert und umfassender in die
Erörterung wichtiger Entscheidungsfragen einbezogen wurden. Im Rahmen der Plandiskussion wurden gleichzeitig die Aufgaben des Planes Wissenschaft und Technik diskutiert.
Investitionen verändern das Antlitz unseres Betriebes und der Stadt
Bei der Erfüllung des Wohnungsbauprogrammes veränderte sich das Antlitz unserer Heimatstadt. Alte Häuser verschwanden, ganze Straßenzüge wurden verändert und es entstand ein modernes Stadtzentrum, wie es nie ein schöneres in Forst gegeben hat. Verbunden damit war die schrittweise Lösung des Wohnungsproblems auch für viele Arbeiter unseres Betriebes.Aber nicht nur die Stadt Forst veränderte sich, auch in unserem Betrieb gab es gravierende Veränderungen, die die Voraussetzungen für eine bedeutende Steigerung der Produktivität war und darüber hinaus verbesserten sich wesentlich die Arbeits- und Lebensbedingungen aller Werktätigen. Zunächst wurde in der ehemaligen Gießerei die Schweißerei eingerichtet und damit zentral der Bereich der Vorfertigung geschaffen. Zur gleichen Zeit erfolgte die Verlegung des Blechzuschnitts in die ehemalige Firma Mix und Genest. Im Jahre 1976 wurde die Montage- und Versandhalle einschließlich der Nebenanlagen fertiggestellt. Damit wurde der Bereich der Endmontage und der Farbgebung geschaffen.
1977 entstand der Sozialanbau und Verbinder und damit gute Voraussetzungen für den Aufenthalt, die Umkleidung und den sanitären Bereich der Werktätigen. Im gleichen Jahr wurde das Öl- und Farblager übergeben.
Durch Kauf der Gebäude in der Albertstraße 26 a wurde der Betrieb vergrößert und es wurde möglich, den Bereich Absatz und Kundendienst dort hin zu verlegen.
Bedeutendstes Ergebnis der Investitionstätigkeit war die Übergabe des Sozialkomplexes in der Weststraße 4. Damit wurde für alle Werktätigen des
Betriebes eine spürbare Verbesserung im sozialen Bereich erzielt. Für das Wohngebiet war ein kulturelles Zentrum entstanden.Das Sozialgebäude besitzt eine moderne Kücheneinrichtung einschließlich Vorrats-, Lager- und Kühleinrichtungen. Der Speisesaal ermöglicht unseren Werktätigen, das Essen unter sehr angenehmen Bedingungen einzunehmen. Außerdem wurde für die Beschäftigten aus weiteren neun Förster Kleinbetrieben und Dienststellen die Versorgung übernommen.
Der Speisesaal wird für vielfältige Veranstaltungen genutzt, wie• Vertrauensleutevollversammlungen,
• ZV- und DRK-Schulungen,
• Kraftfahrerschulungen,
• DSF-Veranstaltungen,
• Veranstaltungen der Rentner-AGL
• sonstige Veranstaltungen wie 1.Mai, Tag Metallarbeiter usw.
Außerdem erfolgt gemäß den getroffenen Vereinbarungen eine vielfältige Mitnutzung durch das Territorium, wie
• Einwohnerversammlungen Wohnbezirk, Nationale Front,
• Nutzung als Wahllokal,
• DFD-Veranstaltungen,
• Kulturbund, Sektion Philatelie - Ausstellungen, Großtauschtage und Sektion Numismatik,
• Versammlungen Deutscher Anglerverband,
• Sport, Sektion Tischtennis,
• Versammlungen des VKSK - Sparten und ähnliche Veranstaltungen.
Ärztlich und zahnärztliche Betreuung wurden zu einer normalen Angelegenheit. Hier spürten die Werktätigen des Betriebes die Ergebnisse der erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialpolitik.
1978-30 Jahre volkseigener Betrieb
Am Ende der 70er Jahre konnte unser Betrieb auf eine 30jährige Entwicklung als volkseigener Betrieb zurückschauen. Mit den Leitungskadern an der Spitze ist es dem gesamten Betriebskollektiv gelungen, eine erfolgreiche Bilanz nachzuweisen. Unser Betrieb wurde zu einem strukturbestimmenden Betrieb im Kreis Forst. Er ist führender Hersteller von Großwaschmaschinen im RGW-Bereich. Ausdruck für die erreichten Ergebnisse ist das sich ständig und kontinuierliche entwickelte Produktionsvolumen. Im Bereich der industriellen Warenproduktion und des Exports zeugen kontinuierliche und erhebliche Steigerungsraten von der Leistungsfähigkeit der Wäschereimaschinenbauer.Entwicklung der IWP und des Exports 1950 60 787,8 % 176,3 % Steigeru ng 1960 65 126,3 % 176,2 % Steigerung 1965 70 243,6 " 0 291,7 % Steigeru ng 1970 75 139,8 % 142,9 % Steigeru ng 1975 80 154,0 % 143,0% Steigeru ng 1981. 87 134,0 % 151,3% Steigeru ng
Mehrere Generationen von Maschinen wurden entwickelt. Wenn der Beginn der Produktion noch mit dem Modell 730 aus dem Sortiment der Firma Rumsch und Hammer erfolgte, so erfolgte 1960 der erste Generationswechsel mit dem Modell 11020, 11022, 11026. Es wurde weiterhin eine 12 kg Waschmaschine Flutomat in die Produktion überführt. Eine gravierende Änderung erfolgte 1969 mit dem Beginn der Serienproduktion des WSA 11027 und der Entwicklung des WSA 11028 und 11029 im Jahre 1974. Es wurde begonnen, an kontinuierlich arbeitende Waschmaschinen konstruktionsseitig zu arbeiten. Nicht nur das Produktionssortiment, sondern auch das Ansehen und die Struktur des Betriebes hatten sich verändert. Es hatte sich ein moderner soziali¬stischer Betrieb herausgebildet, der einen festen Platz in der Volkswirtschaft der DDR besitzt und der über eine Belegschaft verfügt, die voller Stolz ihren Beruf als Wäschereimaschinenbauer ausüben.
Am Ende der 70er Jahre war die Serienproduktion einer neuen Maschinengeneration vorbereitet worden. Es handelte sich um Taktwaschmaschinen und Taktentwässerungspressen als Kernstück von Taktwaschanlagen. Zu Beginn der 80er Jahre galt es, komplette Anlagen zu produzieren und auch zu verkaufen. Das erforderte eine intensive Außenhandels- und Exporttätigkeit und den Besuch von Messen und Ausstellungen. Neben der regelmäßigen Teilnahme auf der Leipziger Messe hat sich unser Betrieb an folgenden Auslandsmessen beteiligt:
UdSSR/Moskau und Minsk
Lodz / VR Polen
Budapest / UVR
Plovdiv / VRB
Bukarest / SRR
Brno / CSSR
Zagreb SFRJ
Unser Betrieb beteiligte sich auch an Messen im NSW, wie zum Beispiel:
Bogota, Kolumbien
Kairo, Ägypten
Bulowaja . Simbabwe
Paris Frankreich
Frankfurt M. / BRD
Mailand Italien
Diese intensive Messetätigkeit brachte einige meßbare Ergebnisse für den Export unseres Betriebes. Handelspartner Nr. 1 ist in erster Linie die Sowjetunion, in die 70 - 80 Prozent des Exports gehen. In die Sowjetunion werden alle Typen unseres Produktionssortimentes exportiert. Der übrige Export schlüsselt sich auf folgende Länder auf:
VR Bulgarien, VR Kuba, UVR, CSSR, SR Rumänien, SFR Jugoslawien, VR Polen
Darüber hinaus exportieren wir in die BRD, nach Kolumbien und Italien.
Letzte Aktualisierung:
28.04.2025, 23:39:36
